Hans Koren Gedenkjahr 2006


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Franz Schubert
Dankesbrief an Frau Marie Pachler

Brief von Franz Schubert an Marie Pachler nach seinem Aufenthalt im September 1827 in Graz
Wien, am 27.September 1827

Euer Gnaden !

Schon jetzt erfahre ich, daß ich mich in Grätz zu wohl befunden habe, und Wien will mir noch nicht recht in den Kopf, 's ist freylich ein wenig groß, dafür aber ist es leer an Herzlichkeit, Offen­heit, an wirklichen Gedanken, an ver­nünftigen Worten, und besonders an geistreichen Thaten. Man weiß nicht recht, ist man gscheidt oder dumm, so viel wird hier durcheinander geplaudert, und zu einer innigen Fröhlichkeit ge­langt man selten oder nie. 's ist zwar möglich, daß ich selbst viel daran Schuld bin mit meiner langsamen Art zu erwarmen. In Grätz erkannte ich bald die ungekünstelte und offene Weise, mit und neben einander zu seyn, in die ich bey längerem Aufenthalt sicher noch mehr eingedrungen seyn würde. Besonders werde ich nie die freundliche Herberge mit ih­rer lieben Hausfrau, dem kräftigen Pach­leros und dem kleinen Faust vergessen, wo ich seit langer Zeit die vergnügte­sten Tage verlebt habe. In der Hoffnung, meinen Dank auf eine würdige Weise noch an den Tag legen zu können, verharre ich mit aller Hochachtung

Euer Gnaden                                                                                                                        Ergebenster

                                                                                                                                             Frz. Schubert

NB.Das Opernbuch hoffe ich in einigen Tagen senden zu könne




Franz Schubert
Franz Schubert


Schubert in Graz

Franz Schubert war mehrmals zu Gast bei der Familie Pachler, deren Haus in der Herrengasse 28 ein kulturelles Zentrum war. Marie Pachler, geb. Koschak, war selbst eine ausgezeichnete Pianistin, über deren Spiel selbst Beethoven entzückt gewesen war. Ihr Mann, Dr. Karl Pachler, war ein angesehener Advokat. 1819 wurde ihr Sohn Faust geboren.

Am 8.September 1827 wirkte Franz Schubert selbst an einem von Karl Pachler und Anselm Hüttenbrenner für den Musikverein organisierten Konzert im Ständischen Theater (heute Schauspielhaus) mit. Vom 10. - 12. September 1827 unternahm die Familie Pachler mit Schubert, Hüttenbrenner und Jenger einen Ausflug nach Schloß Wildbach.

In Graz war Schubert gemeinsam mit der Familie Pachler auch mehrmals an geselligen Abenden im Hallerschloß beim Schloßherrn Dr. Franz Haring zugegen.




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