Hans Koren Gedenkjahr 2006


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www.steirerforum.at
Elektronisches Forum für steirisches Brauchtum- und Regionalkultur

Mit der Installierung der Recherche – Homepage Externe Verknüpfung www.steirerforum.at hat das Museumsforum Steiermark am Landesmuseum Joanneum erste Vorarbeiten für das Bedenkjahr 2006 geleistet.
Hanns Koren vertrat hinsichtlich der Volkskultur in seiner Kulturpolitik die Philosophie einer dynamischen, sich veränderten Volkskultur.
Hanns Koren hat sich nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene mit dieser Thematik beschäftigt, ebenso ist es ihm gelungen Brauchtum als Kulturpolitiker authentisch zu vermitteln.

Mit dem Externe Verknüpfung www.steirerforum erfolgt eine Brauchtumsrecherche mit modernen Medien, die sich als Plattform für regionalkulturelle Entwicklungen und gelebtes Brauchtum versteht.

Zielsetzung des Projektes ist es: Brauchtumshandlungen in ihrer charakteristischen Auswahl vorzustellen und kulturgeschichtliche Zusammenhänge transparent zu machen. Alle Brauchtums- und Regionalkulturinteressierten sind eingeladen, über das Internet zu kommunizieren und Erfahrungen, Texte, Praktiken etc. auszutauschen. Angestrebt wird eine umfassende Dokumentation regionalkultureller Entwicklungen.

Die Zielgruppe der Internetplattform sind: Kulturträger, Vereine und Kulturreferenten aller steirischen Gemeinden, die mehr über konkrete Bräuche und Brauchtumsentwicklungen regionaler Kulturlandschaften wissen und in weitere Folge ihr gelebtes Brauchtum weiter geben wollen.
Regionale Besonderheiten sollen hervorgehoben werden, es ist nicht nur
der historische Bereich gefragt, sondern auch neuwertige Impulse, die nicht aus
publizierten Unterlagen entnommen werden können. Ziel ist es, dass Vorhandenes
wertgeschätzt und bewahrt wird, jedoch auch die Möglichkeit der Weiterentwicklung gegeben ist.

Bei diesem Internetprojekt wird auf die Benutzerfreundlichkeit sowie der Klarheit und Einfachheit derMenüführung besonderes Augenmerk gelegt. Das sehr komplexe Wissensangebot soll
möglichst einfach erscheinen und alle Bevölkerungsgruppen einladen, sich dort Informationen über
steirische Regionalkultur und ihre Bräuche im Besonderen zu holen (bzw. sich einzubringen). Der Konsument kann sich ohne wissenschaftliche Vorbildung auf den Seiten und in den Inhalten zurechtfinden. Die verwendete Sprache ist einfach, bei der Menüführung wird auf durchgehende Logik wert gelegt. Dies unterstreicht auch die Statistik seit der Installierung des Steirerforums im Internet, von Juli 2005 bis Februar 2006 haben insgesamt 4.700 Besucher die Homepage benützt und auf 16.400 Seiten zugriffen, Bräuche recherchiert und sich am aktuellen Kalendarium orientiert.
Das Projekt verspricht noch viele spannende Entdeckungen von regionalkulturellen Entwicklungen, Brauchtumshandlungen, aber auch Trends und Klischees in den Regionen der Steiermark zu dokumentieren.

Kontext/Brauchtumshandlungen
Brauchtumshandlungen bieten ständig wiederkehrende Ziele im Sinne von „gebraucht werden“.
Die Basis, die historische Genese und die Entwicklung der Bräuche werden anhand von
archivarischen Forschungen, historischen Fakten und Daten dargestellt. Die Erläuterung der
Inhalte wird aus dem jeweiligen zeitlichen, sozialen und gesellschaftlichen Kontext betrachtet. Das
Ineinandergreifen von regionaler Politik, kulturpolitischen Ideen und Zeitströmungen in Fragen der
alltäglichen Lebensgestaltung findet in regionalkulturellen Entwicklungen und Brauchtumshandlungen ihren Niederschlag. Kultur zeigt sich als Prozess, der die
alltägliche Lebensgestaltung massiv beeinflusst. Fragen der populären Ästhetik, des alltäglichen
Dinggebrauchs, wie Symbolsysteme und gruppenspezifische Wertungen, werden hinterfragt.

Abgesehen davon, dass Bräuche und Rituale in einer globalisierten Welt immer mehr faszinieren,
ordnen sie unser Leben, regeln die Kommunikation, helfen unsere Lebensetappen zu
strukturieren, gliedern Zeit und Jahreszeit. Es wird wieder „IN“, in der Tradition verwurzelt zu leben.
Menschen praktizieren Bräuche, weil sie diese brauchen, um ihr Weltbild und ihre gesellschaftliche
Zugehörigkeit zum Ausdruck zu bringen. Das Thema Brauchtum erhält eine neue Bedeutung im Europa der Regionen. Viele unserer Bräuche, die heute als regionale und lokale Eigenheiten gelten, sind über Jahrhunderte aus europäischen Kulturkontakten entstanden.

Resümee

Auf Spurensuche  „Hanns - Koren – Dialog. Kultur und Museum in der Region“

Anlässlich des Hanns Koren-Bedenkjahres hat das Museumsforum Steiermark/Landesmuseum Joanneum in Kooperation mit den Kunsthaus Köflach zu einem Dialog, bei dem es um die gegenwärtige  „Kultur und Museum in der Region“ ging, eingeladen.

Der Anknüpfungspunkt für diese Auseinandersetzung  ist in der Nachkriegszeit zu finden, nach 1945 etablierten sich kulturelle Arbeitskreise, deren Aufgabe es war, nach dem Krieg das für die Gemeinden charakteristische Kulturleben zu aktivieren. Das Spektrum der Tätigkeitsfelder war breit gestreut und an die jeweils regionalen Bedingungen angepasst. Es erstreckte sich von der Neugestaltung von Volksmusikschulen und Heimatmuseen über Büchereien bis hin zu Laientheatergruppen. 1959 beauftragte der damalige Landeskulturreferent Univ. Prof.Hanns Koren das Steirische Volksbildungswerk mit der Vorbereitung und Gestaltung des Programms zum Erzherzog –Johann - Gedenkjahr, womit eine Initialzündung für das regionale Kulturgeschehen erfolgte, welches vom joanneischen Geist, „bleibende Werte zu sammeln, forschen, bewahren und zu vermitteln“, getragen wurde.

Zum Programmverlauf: Nach einleitenden Worten des Bürgermeisters der Stadt Köflach Franz Buchegger und sehr bewegenden und authentischen Gedanken von Korens  Nachfolger  als Kulturreferent des Landes Steiermark Prof.Kurt Jungwirth stellte Dr. Heimo Steps, das  Projekt „ auszeit – hanns-koren-bedenkjahr 2006 „ vor.
Das Museumsforum Steiermark am Landesmuseum Joanneum Mag. Gabriele Wolf und Mag. Andrea Menguser, als Initiatorinnen dieser Veranstaltung berichteten über die Aktivitäten dieser Servicestelle und  über die Recherche Homepage für steirisches Brauchtum und Regionalkultur www.steirerforum.at, welche im Kontext des Koren-Bedenkjahres entstanden ist.
Ein Projekt, welches auf der genannten  Website nachzulesen ist, wurde vom Dorfmuseum Faldnitz im Raabtal (Frau Reingard Meier) „Die Raabtaler Hochzeit“ auf sehr anschauliche Weise kurz aufgezeigt.
Ebenso  wurde  „der Kulturpolitiker und Volkskundler Hanns Koren aus regionaler Sicht“ von Prof. Dr. Ernst Lasnik thematisiert. Der Geschäftsführer des Steirischen Volksbildungswerkes Camillo Hörner  hat die Entwicklung des Volksbildungswerkes  im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen unter dem Motto „Das Volksbildungswerk als Sender von Impulsen nachvollziehbar gemacht.  Dr. Harald Vetter der Leiter des Volkskulturreferates zeichnete ein sehr authentisches  Bild von Hanns Koren  „Im Spannungsfeld  zwischen Wissenschaft und Politik“.

Der Nachmittag wurde von „regionalen Einrichtungen“ die  unterschiedliche Berührungspunkte mit Hanns Koren hatten, gestaltet. Der Bürgermeister von St. Bartholomä Josef Birnstingl erzählte wie seine Gemeinde zur Wahlheimat und und letzten Ruhestätte Korens wurde. Regionale Einflüsse aus seinem volkskundlichen Gedankengut sind beim Schauspiel „Die Hochzeit“, die er im Jahre 1956 in Öblarn wieder aufführen ließ, zu finden. Mag. Anna Schreiber aus dem Paula Grogger-Haus berichtete darüber.
„Sonntag. Zeitkultur im Wandel“ , die Neugestaltung des Mesnerhaus in St. Nikolai im Sölktal (Mag.Bernhard Samitsch vom Kultur X3 ) erinnert auch an die von Koren praktizierten Gedanken zum Sonntag.
Das Heimatmuseum Arzberg  (Dir. Eduard Weidl) wurde beispielsweise  von Koren persönlich eröffnet.

Last but not least stellte sich die Gastgeberin des Hauses vor. Gabriele Riedl-Scheucher bespricht das Konzept des Kunsthauses Köflach und seine laufende Ausstellung.

Nach diesen sehr unterschiedlichen  Zugängen eines persönlichen wie öffentlichen Lebensbildes wurde den insgesamt 109 Tagungsteilnehmern die Möglichkeit eröffnet, unterschiedliche Zugänge zu finden.




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