Hans Koren Gedenkjahr 2006


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Hanns durch die Zeit

Der Film HANNS DURCH DIE ZEIT wurde von einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Wilhelm Hengstler (lamettaVision), Markus Haslinger (XXKunstkabel) und Christian Marczik (Intro Graz Spection) produziert.

Hanns Koren, gespielt durch seinen Sohn Erhard Koren, ist nach langer Zeit wieder zurückgekehrt und trifft sich mit Viktor Honneth zum Essen. Bei dieser Gelegenheit reagiert die kulturpolitische Legende auf die kulturelle und künstlerische Gegenwart. Damit werden die Denkansätze und Positionen des steirischen Kulturpolitikers und zugleich die Differenz zwischen seinen Positionen und neuen kulturellen Phänomenen verdeutlicht.

Das dramaturgische Mittel dazu ist einfach. Hanns Koren spricht beim Essen mit seinem Freund über das, was ihm als neu auffällt, tauscht Kommentare, Fragen, Gegenfragen und Erinnerungen aus. Die Dialoge entstanden auf Grundlage von Gesprächen und Interviews mit Weg-begleitern, Experten, Künstlern. Zwar stehen kulturelle Fragen im Mittelpunkt des Gespräches, aber es handelt sich dabei keinesfalls um ein Lehrgespräch. Vielmehr lauscht man zwei gebildeten, wortge-wandten Männern, die im leidenschaftlichen Reden ihre Welt fortwährend neu erfinden. Man kann sagen sie besteht aus Worten und selber fühlen sie sich erst lebendig als Sprechende. Hanns Koren und sein Freund führen einen freundschaftlichen Wettstreit.

Inhaltlich macht sich HANNS DURCH DIE ZEIT die Aktualität kulturpolitischer Fragen zu Nutze, die vom Kampf der Kulturen bis zur Kunst als Überlebensstrategie in (oder als Ursache von) prekären Lebensverhältnissen reicht. Die fortwährende Wiederaufnahme des Gespräches ist eine ironische Variante des Kulturbetriebes - sei es Politik, Kritik, Kennerschaft - deren Anlässe sich stets wiederholen und dabei stets für einmalig gehalten werden.

Wilhelm Hengstler










Hanns durch die Zeit

Für auszeit, das Hanns Koren Bedenkjahr 2006, schrieb Wilhelm Hengstler das Drehbuch und führte Regie zum Film Hanns durch die Zeit. Die ARGE Hanns – das sind Hengstler mit lamettaVision, Markus Haslinger mit XXKunstkabel und Christian Marczik mit Intro Graz Spection – produzierte den 60-Minuten-Spielfilm, dessen Handlung sich um ein Treffen des plötzlich wieder anwesenden Kulturpolitikers Hanns Koren mit dessen Freund, dem Architekten Victor, dreht. Während eines Essens im zum Restaurant umgebauten Forum Stadtpark unterhalten sich Koren, dargestellt von dessen Sohn Erhard, und der Architekt, verkörpert von Stefan Wancura, über aktuelle und historische Fragen zu Kunst und Kultur. Die fortwährende Wiederaufnahme des Gespräches wird zur ironischen Paraphrase des Kulturbetriebes, dessen Motive sich stets wiederholen und doch jedes Mal wieder für einmalig gehalten werden. Wenzel Mraček führte mit Wilhelm Hengstler ein Gespräch.

W. Mraček: Der Film versetzt Hanns Koren in die Fiktion einer Gegenwart. Die Filmfigur als eine Art Wiedergänger zu verstehen, dürfte aber wohl zu kurz greifen?


W. Hengstler: Ich glaube, dass jeder der an Kunst und Kultur interessiert ist viele Details in dem Film finden wird, die er so oder gegenteilig erlebt oder erlebt hat. Der Film ist aber nicht biografisch angelegt, sondern hat vielmehr den Mythos Hanns Koren zum Vorbild. Ein glücklicher Trick im Film ist, dass Hanns Koren von seinem Sohn Erhard gespielt wird, der ihm nicht nur verblüffend ähnlich sieht, sondern auch Sprechduktus und Gesten seines Vaters besser wiedergibt, als jeder andere das könnte. Insofern ist das ein getreues Abbild von Hanns Koren.


Während Victor sich immer wieder aufmacht, rechtzeitig zum Treffen mit Hanns Koren ins Forum Stadtpark zu kommen, ist Koren einfach immer schon da. Der Großteil des Films handelt dann vom Gespräch der beiden.


Die Filmfigur Koren funktioniert als Katalysator, der jemanden aus dem Kulturbetrieb dazu bringt, sich zu äußern. – Es ist eigentlich wie in einem Wildwestfilm. In Vera Cruz redet Burt Lancaster und redet und redet, während Gary Cooper nur manchmal „yeh“ sagt oder „aha“. Das spornt den Lancaster wieder an, aber der eigentliche Held ist Gary Cooper beziehungsweise Hanns Koren; es ist ein dramaturgischer Trick. Natürlich versucht der Film, Charakteristika von Koren herauszuarbeiten – seine Ungleichzeitigkeit, sein Hängen an der Tradition, sein Interesse für die Gegenwart, seine Neugierde auf die Zukunft, sein Sensorium für Chancen über Grenzen hinweg.


Mir ist aufgefallen, dass Spiegelungen und variierte Wiederholungen offenbar Konzept sind.


Der Film ist natürlich eine Orgie von Reflexionen und Selbstreflexionen. Das Forum Stadtpark als Kunstinstitution erscheint im Film umgebaut. Die Handlung selbst wird dreimal begonnen und variiert, verweist aber in jeder wieder auf die anderen beiden Variationen. Das Gespräch verläuft inhaltlich nicht chronologisch, sondern entspricht einer permanenten Gleichzeitigkeit; der Sohn spielt den Vater, dazu kommen immer wieder Spiegelungen in der Fensterfront des Forums.


Wie lange habt ihr gedreht? Wann kann man den Film sehen?


Wir haben zwei Tage und eine Nacht gedreht, für die Außenaufnahmen kam ein weiterer Tag dazu. Die Premiere findet am 5. Dezember um 19.00 Uhr im UCI Annenhofkino statt. Weitere Aufführungen gibt es am 6. Dezember um 21.00 Uhr und am 7. Dezember um 17.00 Uhr.

Informationen zu Hanns durch die Zeit unter http://hannsdurchdiezeit.g03.net 




Alexandra Herzog (Regieassistenz, Schnitt) und Wilhelm Hengstler
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Alexandra Herzog (Regieassistenz, Schnitt) und Wilhelm Hengstler




Fotos von der Premiere am 5.Dezember 2006 im Annenhofkino




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