Hans Koren Gedenkjahr 2006


suchen 

Home  |   Hanns Koren
 
Der Brückenbauer
Die erste umfassende Biographie über Hanns Koren!

Der weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus bekannte steirische Kulturpolitiker Hanns Koren starb 1985. Zwei Jahre später wurde an der Philosophischen Fakultät der Grazer Karl-Franzens-Universität die erste Dissertation über ihn vorgelegt und in einer weiteren wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 1992 wurde Hanns Koren von der Dissertantin bereits als „Mythos“ charakterisiert.

Wer steht hinter diesem Mythos? Was hat den Menschen Hanns Koren geprägt? Und wie hat er, geformt von der Zeit, in der er lebte, sein Land mitgestaltet: als Volkskundler, als Österreicher, als Christ und als Politiker?

30 Jahre, in der Zeit von 1953 bis 1983, war Hanns Koren in verschiedenen Funktionen als Politiker aktiv. Entscheidend für das spätere Ansehen Korens wurde sein Wirken als Kulturlandesrat von 1957 bis 1970 – in diesen 13 Jahren war die Kulturpolitik ein entscheidender Faktor der Landespolitik. Damals wurde das Forum Stadtpark gegründet, die Steirische Akademie pflegte mit interessanten Referenten den wissenschaftlichen Diskurs, mit Trigon wurde der grenzüberschreitende Dialog zwischen italienischen, jugoslawischen und österreichischen Künstlern aufgenommen und der steirische herbst konnte sich als Avantgardefestival mit internationaler Reputation installieren.

Kurt Wimmer zeichnet in dem reich bebilderten Buch „Der Brückenbauer“ ein umfassendes Porträt dieses eigenwilligen Politikers. Er weist mit Beispielen nach, dass der Brückenbau, die Überwindung von Grenzen und Frontstellungen, tatsächlich im Mittelpunkt von Korens Wirken stand. Und dass diese geistige Grundhaltung auch zukunftsweisend sein konnte.

Über den Autor:

Kurt Wimmer, Publizist, geb. am 18.12.1932 in Linz, Realschule ebendort, Studium der Geschichte in Graz, Dr. phil 1958. Journalist bei der „Kleinen Zeitung“, 1964–1994 Chefredakteur-Stellvertreter, 1994–1997 Chefredakteur.
Buchpublikationen: „Liberalismus in Oberösterreich“ (Linz 1979); „Damals 1938 ...“ (Graz 1988); Beiträge zur österreichischen Pressegeschichte: „Struktur und Einfluss der Medien“ in: Wolfgang Mantl (Hg.): „Politik in Österreich“ (Wien – Köln – Weimar 2002). Essay „Krieg zwischen den Kriegen – Österreich 1918-1938“ in: Fritz Csoklich und Matthias Opis (Hg): „Karl Maria Stepan – Briefe des steirischen Landeshauptmannes aus Gefängnis und KZ“ (Graz – Wien – Köln 2001).

Der Brückenbauer
Hanns Koren (1906–1985)
Ein Porträt

Ca. 300 Seiten mit zahlreichen Farb- und SW-Abbildungen.
Format: 13,5 x 21,5 cm, Leinen mit Schutzumschlag
Euro 24,90
ISBN 3-85489-132-6 (978-3-85489-132-1)
Steirische Verlagsgesellschaft im Leykam Buchverlag
Erscheinungstermin: Ende Oktober 2006

Termin Buchpräsentation




Buchpräsentation




Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung



Bildvergrößerung


Wilhelm Hengstler: "Die Presse" vom 18.11.2006

Man weiß nicht so recht, welche Bedeutung dem vor 100 Jahren, am 20. November 1906, geborenen steirischen Volkskundler und Kulturpolitiker Hanns Koren zukommt. War der Erfinder des "steirischen herbstes" ein wichtiger, aber in seiner Bedeutung doch aufs Regionale beschränkter Initiator? War der Professor für Volkskunde an der Universität Graz, wie Bruno Kreisky bei Gelegenheit sagte, "der bedeutendste Kulturpolitiker der Zweiten Republik" oder, wie Rudolf Kirchschläger meinte, ein Erzherzog Johann unserer Tage?
Kommt dem heimatverbundenen Katholiken aus Köflach und beliebten Landtagspräsidenten mit Wetterfleck und Hammerherrenhut in Zeiten der Spezialisierung und Kommerzialisierung aller Kultur gar eine überregionale Wirkung zu?

"auszeit" nennt sich der Verein, der anlässlich des 100. Geburtstages eine Reihe von Veranstaltungen und Produktionen initiiert hat. Dass das sozialdemokratisch geführte Kulturreferat der Steiermark unter Landesrat Kurt Flecker dieses Engagement für einen "Schwarzen" großzügig fördert, ist ein Zeichen für das nachwirkende Talent Hanns Korens als Brückenbauer über politische Grenzen hinweg.

"Der Brückenbauer" nennt sich auch Kurt Wimmers Buch über Koren. Der ehemalige Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" bringt als studierter Historiker ideale Bedingungen mit. Er versteht sein Buch nicht als Biografie, sondern als "Porträt". Wimmer verzichtet in seiner sorgfältig recherchierten Arbeit darauf, das Leben Korens chronologisch nachzuerzählen. Vielmehr präpariert er die Koren prägenden, historischen Bedingungen heraus und stellt sie in kaum verzahnten Kapiteln nebeneinander.

So werden der Volkskundler, der Katholik, der Familienvater und natürlich der Kulturpolitiker zum Medium, das eine politisch wirre Zeit wieder auferstehen lässt. In Anlehnung an das von dem Historiker
Eric Hobsbawm so genannte kurze 20. Jahrhundert (Erster Weltkrieg bis 1989) macht Wimmer darauf aufmerksam, dass der 1985 verstorbene Hanns Koren dieses "Zeitalter der Extreme" fast zur Gänze durchlebt hat.

Der Sohn eines Fotografen erlebt Weihnachten 1910 als Vierjähriger in Köflach das erste elektrische Licht, übersteht Krieg und NS-Regime, wird in den Sechziger- und Siebzigerjahren zum Kulturpolitiker, der den Nachholbedarf einer durch das Dritte Reich unterbrochenen Moderne unterstützt. Wimmer berichtet von Korens Prägung durch die katholische Jugendbewegung "Bund Neuland", von der
Begeisterung für Ottokar Kernstock und den ersten eigenen Schreibversuchen des Internatsschülers. Damals fügt Koren seinem Vornamen das zweite N hinzu und trägt, wie eine Maturazeitung spöttisch anmerkt, die Haare lang.

Neben der inhaltlichen Sorgfalt besticht Wimmers Buch durch reichhaltige Illustrationen. Die Dokumente und seltenen Fotografien fügen sich zu einem eindringlichen Zeitpanorama. Wimmers Stärke liegt darin, vergessene oder verdrängte historische Linien nachzuzeichnen. Dabei konzentriert er sich auf die Auseinandersetzungen zwischen dem sozialistischen Schutzbund, dem Heimatbund und den illegalen Nazis, und nach dem Krieg dann auf den Putschversuch der Kommunisten. Hinsichtlich des eigentlich Biografischen verzichtet er auf Spekulationen. Dafür lässt er Hanns Koren selber mit seinen Erinnerungen reichlich zu Wort kommen - ein Verdienst, da Koren auf diese Weise als lebendiger Erzähler der Bücher "Momentaufnahmen" und der "Nachlese" in Erinnerung gerufen wird.

Den Krieg übersteht Koren glimpflich. Dass es ihm später weniger um Konzepte als um Haltungen ging, mag durch diese Vergangenheit, in der sich erbitterte Gegner unversehens nebeneinander im KZ fanden, mitgeprägt worden sein. Jedenfalls brachte der Nachkriegspolitiker eine persönliche Aufrichtigkeit in die Politik ein, die dann oft Phänomenen zu Gute kam, die er persönlich gar nicht so schätzte.

Nach einem kurzen Zwischenspiel als Nationalrat holt der "alte" Josef Krainer Koren als Landeskulturrat in die Steiermark zurück. Wimmer macht klar, dass Koren vor allem als Ungleichzeitiger wirkte, der den kulturellen Transfer der Steiermark von der Vormoderne in die Postmoderne kulturpolitisch ermöglichte. Die Zeit zwischen 1957 und 1970 kann als Gründerphase gesehen werden, in der vieles möglich und noch mehr nachzuholen war. Dabei verfügte der "Realpolitiker" Koren über eine Zielstrebigkeit und einen langen Atem, der ihn glückliche Gelegenheiten pragmatisch nutzen ließ.

Neben dem "herbst" erfindet oder fördert Koren unter anderem die Steirische Akademie, das Trigon, die Internationalen Malerwochen, die Landesausstellungen, das Freilichtmuseum Stübing und das Forum
Stadtpark. Seine Leitbegriffe sind die Familie, das Haus und Gemeinschaft im Rahmen einer sinnstiftenden Heimat. Die Aufzählung zeigt eine geradezu geniale "Programmmischung" aus Korens eigenen Anliegen und Neuem.

1970, nach den Querelen um die Verleihung des Roseggerpreises an den Dramatiker Wolfgang Bauer tritt Hanns Koren als Kulturlandesrat zurück, bleibt aber Präsident des "steirischen herbstes".
Kurt Wimmer schildert in seinem Buch die Karriere eines großen, naiven Realisten, der bei der Verteidigung von Kunstwerken, die er persönlich nicht immer schätzte, einiges zu ertragen hatte. Und zugleich eine beklemmende, faszinierende Zeitgeschichte.



Das Bleibende im Wandel suchen
Vor 100 Jahren, exakt am 20. November 1906, wurde Hanns Koren
geboren. Seine Utopien haben Bestand.

Manchmal ist es nützlich, bei Toten nachzufragen, was mit ihnen an
Zukunft begraben wurde. Hanns Koren, der vor 100 Jahren geboren
wurde, eignet sich für eine solche Nachfrage besonders gut. Wobei es
nicht darum geht, einen Mythos zu hätscheln, sondern den Ursachen
nachzugehen, warum in diesem Koren-Bedenkjahr, das nun zu Ende geht,
über einen Politiker, der schon 21 Jahr tot ist, noch so viel
diskutiert wird.

Hanns Koren war ein Brückenbauer. Er baute eine Brücke zwischen
Generationen in der Zeit der Jugendrevolte Ende der 60er-Jahre, weil
er die Alten noch verstand, aber schon begriff, was die Jungen
wollten. Er baute Brücken über parteipolitische Grenzen hinweg und
über scheinbar unüberwindliche ideologische Grenzen. Besonders
verdienstvoll aber war er bei der Überwindung von Barrieren zwischen
Politik und Kunst.

Das Handwerk der Politik wird oft als langsames Bohren von harten
Brettern charakterisiert. Indes ist Langsamkeit grundsätzlich verpönt
und harte Bretter werden lieber auf die lange Bank geschoben. Politik
gehorcht scheinbar festen Regeln, die aber auch zum denkhinderlichen
Korsett werden können. Kunst dagegen öffnet den Blick für andere
Sichtweisen. Und da hat Koren im Umgang mit Künstlern viel gelernt.
Er war, wie es Alfred Kolleritsch einmal formulierte, "unser
Mitlernender, der Hörende, der Wahrnehmende und Erfahrende, der
seinen Schutzmantel über die Erneuerung hielt".

Koren, der Konservative, suchte aber auch das Bleibende im Wandel.
Er war zum Beispiel überzeugt, dass alles, was verbindet, bewahrt
werden müsse. Koren, der Kulturpolitiker, hatte einen sehr weiten
Kulturbegriff. Kultur war für ihn Bewältigung des menschlichen
Zusammenlebens. "Kultur", so formulierte er einmal, "sind auch unsere
Krankenhäuser und Altersheime, weil die Sorge um seine Alten und
Kranken den Menschen vom Tier unterscheidet". Kulturpolitik, davon
war er überzeugt, hatte nichts mit Dirigismus zu tun, sondern
bedeutete für ihn vor allem Förderung, Befreiung von Hemmnissen,
Schaffen von Freiheitsräumen.

Der Politiker Hanns Koren hat "Brainstorming" betrieben, als es
das noch gar nicht gab. Vornehmlich bei Gesprächen in Weinstuben. Die
in der "richtigen" Politik so entscheidende Frage, wer denn der
Stärkere sei, empfand er eher als einfältig. Ihm ging es in einer
Zeit des Aufbruchs darum, Ideen zu verwirklichen. Er war nicht nur
ein Motivationsgenie, er ließ sich auch selbst motivieren, etwas in
Angriff zu nehmen, ohne sich vorher durch eine Meinungsumfrage
abzusichern. Und er stand dann zum Ergebnis. Auch wenn einiges nicht
immer mit dem ursprünglichen Vorhaben übereinstimmte, wie zum
Beispiel beim "steirischen herbst".

Hanns Koren hatte ein historisches Bewusstsein, eine ausgeprägte
Sensibilität für die Probleme der Gegenwart und er war neugierig auf
die Zukunft. Macht war für ihn uninteressant und Geld hatte er. Das
Land Steiermark leistete sich damals das größte Kulturbudget der
Bundesländer (mit Ausnahme Wiens) und der Kulturlandesrat hatte die
Erfahrung gemacht, dass Geld immer dann kam, "wenn sich irgendeine
Sinnerfüllung in ihren Umrissen zu zeigen begann".

Hanns Koren ist kein Modellpolitiker. Aber er lieferte den Beweis,
dass man Politik auch außerhalb vermeintlich unabänderlicher
Politikregeln machen kann: mit Anstand, Verantwortungsbewusstsein und
einem Sinn für Wahrhaftigkeit.

Am Ende seiner politischen Laufbahn, 1983, sagte der bekennende
Katholik Hanns Koren in einem Interview auf die Frage, welche
Erfahrung er einem jungen Menschen auf den Lebensweg mitgeben würde:
"Auch wenn die innerste Grundhaltung eines Menschen dir widerstrebt,
verdient er dein Vertrauen." Das wäre eine Möglichkeit, gegen den
Triumph des Misstrauens anzukämpfen, ein Misstrauen, das seine
destruktiven Kräfte in der Politik besonders wirkungsvoll entfaltet.

Dass eine solche Utopie zeitweise verwirklichbar ist, hat Hanns
Koren bewiesen.

KURT WIMMER
Diese Rede wurde am Montag in der Aula der Alten Universität Graz
bei der Verleihung des Hanns-Koren-Kulturpreises 2006 an Horst
Gerhard Haberl gehalten.Kurt Wimmer ist Autor des jüngst in der
Steirischen Verlagsanstalt erschienenen Koren-Porträts "Der
Brückenbauer".

"Kleine Zeitung" vom 22.11.2006

Für die Provinz, aber gegen das Provinzielle
Vor hundert Jahren wurde der steirische Ausnahmepolitiker Hanns
Koren geboren. Kulturelle Projekte und eine umfassende Biografie
würdigen ihn.

Von 1957 bis 1970 machte in der Steiermark ein Volkskundler mit
Kultur auf eine Weise Politik, die österreichweit Neugier weckte. Der
1906 geborene Hanns Koren war damals schon 51 Jahre alt und seinem
Wesen nach ein Antipolitiker. Als er 1983, hoch geehrt, als
langgedienter Landtagspräsident von der Politik Abschied nahm, konnte
er ohne Koketterie von sich sagen: Intrigiert hab' ich nie.

Koren war ein bodenständiger Intellektueller, ein weltoffener
Katholik, ein Verteidiger der Provinz und ein Verächter des
Provinziellen. 1957 wurde er von Josef Krainer I. als Kulturlandesrat
in die Regierung geholt. Da hatte er eine Periode als steirischer
Nationalratsabgeordneter hinter sich und war vor allem Katholik und
Volkskundeprofessor. Gewöhnlich sind das nicht die besten
Voraussetzungen für ein gutes Verhältnis zur Moderne. Und doch war es
der konservative Hanns Koren, der das Avantgardefestival "steirscher
herbst" ins Leben rief, der an der Wiege des Forum Stadtpark stand
und der im Jahr 1963 mit der Dreiländerausstellung "Trigon" begann,
den Gedanken eines transregionalen Regionalismus zu pflegen. Dazu kam
die Steirische Akademie als intellektueller Überbau der Grundidee:
die Steiermark als Land der Begegnung.

Motivationsgenie

Hanns Koren legte Wert darauf, dass zu "Trigon" die jungen,
modernsten Künstler aus den drei Ländern Jugoslawien, Italien und
Österreich eingeladen wurden, denn er war überzeugt, dass das die
Unverbrauchtesten waren: Nicht so verstört von der Vergangenheit.
Koren, das Motivationsgenie, verstand es, nicht nur Brücken zwischen
der Politik und einer engagementfreudigen Künstlerschaft zu schlagen,
sondern auch über ideologische Grenzen hinweg.

Nur zur Erinnerung: 1963, das war sieben Jahre nach der
Niederschlagung des Ungarnaufstandes 1956 und fünf Jahre vor der
Niederwalzung des Prager Frühlings durch Panzer des Warschauer
Paktes. Damals fand die erste große künstlerische Präsentation der
Steiermark mit bildender Kunst, Architektur und Literatur erstmals
nach dem Zweiten Weltkrieg in Ljubljana statt. Und jugoslawische
Künstler bekamen die Chance, im Westen, in Graz, auszustellen.

Hanns Koren hatte zu einer Zeit, als Stacheldrahtzäune und
Wachtürme Grenzmarkierungen waren, die Vision von der Grenze als
grüner Hecke, über die hinweg sich Nachbarn, die bisher verfeindet
waren, die Hände reichen konnten.

Als geschichtsbewusster Mensch fand er in einer ein paar
Jahrhunderte zurückliegenden Historie ein Modell für die Zukunft: Er
entdeckte das alte Innerösterreich, wo in der Zeit von 1564 bis 1619
traditionsreiche Landschaften und Menschentypen zwischen Alpen und
Adria staatsrechtlich vereint waren. Dieses Innerösterreich umfasste
die Steiermark, Kärnten, Krain und Gradiska. Dazu kamen noch
Küstengebiete und Enklaven im Friaulischen.

Unverwechselbarkeit

Koren war fasziniert von dem Phänomen, dass es in diesem
überschaubaren Raum gelungen war, das slawische und das romanische
Element mit dem deutschen auf dem Boden einer gemeinsamen staatlichen
Ordnung zu vereinen. Hier wurde eine unverwechselbare Kultur
geschaffen, wie sie in den Altstadtbildern von Graz und Marburg, von
Laibach, Görz und Klagenfurt bis heute charaktervoll sichtbar
geblieben ist, ausstrahlend bis Udine und Triest.

Hanns Koren starb 1985, vier Jahre vor dem Fall der Berliner
Mauer. Rascher als die kühnsten Optimisten sich das erwartet hätten,
ist die Steiermark in eine neue dynamische Wirtschaftsregion Südost
gerückt. Diese Dominanz des Wirtschaftlichen hat leider auch dazu
geführt, dass Korens Vorstellung von der Kultur als Lebensmacht indes
einiges an Strahlkraft eingebüßt hat.

ZITAT:
"Denn in erstarrten Formen lässt sich der lebendige Inhalt nicht halten."
Hanns Korens kulturpolitisches Verständnis in einem Satz

"Kleine Zeitung" vom 30.11.2006


Kultur Steiermark