Hans Koren Gedenkjahr 2006


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Hanns Koren Biografie

Johannes Koren publizierte 1991 im Verlag Styria „Beim Wort bleiben – Das große Hanns Koren Buch“ Daraus der Lebenslauf seines Vaters:


Curriculum vitae

„Wir wollen nach Arbeit fragen,
wo welche ist, Nicht an dem Amt verzagen
und unsere Steine tragen
aufs Baugerüst“.





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Diese Strophe eines Zinzendorffischen Kirchenliedes hatte Hanns Koren als einen Leitsatz seinem Leben vorangestellt. Das letzte Wort auf seinem irdischen Lebensweg war „Danke“. Es war das Danke für eine kleine Handreichung. In der Mittagsstunde des 27. Dezember 1985 starb Landtagspräsident Univ.-Prof. Dr. Hanns Koren im 79. Lebensjahr und mit ihm die bisher letzte große Vatergestalt der Steiermark. Am 31. Dezember wurde er an der Seite seiner Gattin Ilse und seines Sohnes Wolfgang am obersten Rand des Friedhofes der stillen Landgemeinde St. Bartholomä, die er sich zur zweiten Heimat erwählt hatte, zur letzten Ruhe gebettet. Sein Begräbnis war ein „trauriges“ Fest. Als der vom weststeirischen Künstler Franz Weiß bemalte Sarg mit Hanns Korens sterblicher Hülle durch die verschneite Winterlandschaft getragen wurde, waren Vertreter aller Bevölkerungsschichten und politischen Gruppierungen aus dem ganzen Land zusammengekommen.
Mit Hanns Koren schied eine Integrationsfigur aus der Mitte seiner Landsleute, die Überkommenes mit dem Zukunftsweisenden ohne Krampf zu verknüpfen wusste und damit den Boden bereitete für eine steirische Kulturpolitik, in der Grundsätze wie „Heimat ist nicht Enge, sondern Tiefe“ oder „Stoßen wir die Fenster weit auf und lassen wir den Wind der Welt und der Zukunft hereinwehen“ nebeneinander gedeihen konnten, ohne in Gegensatz zu geraten.

Er trug und unterstütze eine Kulturpolitik der Förderung des geistigen Lebens in der bewussten Verbindung und Übereinstimmung der Tradition mit dem Rhythmus der Gegenwart, aber mit dem Blick in die Zukunft. Diese Politik umfasste das große Arbeitsgebiet des Naturschutzes, die Pflege und Erhaltung historischer Denkmäler und der Tradition des Landes, die Förderung eines Landesbewusstseins als Bekenntnis zu Kontinuität aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Die Pflege der Überlieferung des Landes bis zur Förderung der handwerklich, technisch, wissenschaftlich und künstlerisch Begabten im Lande, alles, was an Subventionen im umfassenden Begriff dieses Wortes von der öffentlichen Hand angeboten wurde, musste nach seinem Selbstverständnis Kulturpolitik unterliegen. Dazu gehörte es auch, jedem Talent, das ehrlich um Entfaltung bemüht ist, seinen Freiheitsraum zu sichern.

Hanns Koren war ein Mann, dem auch die Aufgaben der Nachbarschaft besonders am Herzen lagen. Die Existenz in einem Grenzland sah er nicht als passive Koexistenz, sondern er erkannte die Möglichkeiten, die sich aus der Begegnung und Berührung mit dem Nachbarvolk verpflichtend ergeben. Grenze, so sagte er immer wieder, muß die Herausforderung an das Gewissen sein, neue Perspektiven in der Selbsterkenntnis und in der Kenntnis der anderen zu erschließen und gestalterische Kräfte anzusprechen, die im Binnenleben eines Volkes nicht lebendig werden können. Grenznachbarschaft hatte für ihn einen dominierenden kulturpolitischen Akzent. Dazu gehörte sein Satz: „Was Meinungen trennen können, müssen Gesinnungen wieder zusammenführen.“
Im Lande selber suchte er im Überwinden jeder Einseitigkeit durch eine Synthese zwischen dem überkommenen Bildungsgut und den in die Zukunft drängenden geistigen und künstlerischen Kräften die Ansatzpunkte einer Kulturpolitik, mit der er den Menschen zu dienen und zu helfen trachtete, ihren Lebensraum im weitesten Sinne des Wortes zu gestalten und in Freiheit ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Mit seiner ganzen Kraft stand er zur Verpflichtung, Ererbtes zu erhalten und das Recht jeder Generation, auch Neues zu gestalten, zu harmonischer Einheit zu verbinden.

Es war Hanns Koren gegeben, vielen Mitmenschen letzte Anlaufstation zu sein, wenn sie nicht mehr ein oder aus wussten oder ganz einfach Förderung in materieller oder geistiger Hinsicht brauchten. Mit ihm, den Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger einmal den „Erzherzog Johann unserer Tage“ genannt hatte, ging einer dahin, der in der Tat im Geist des Steirischen Prinzen dachte, lebte, förderte, provozierte, schlichtete, Türen öffnete und nie eine zuschlug. Das böse, vernichtende und neidische Wort war ihm ebenso fremd, wie er um die Bedeutung des guten Wortes wusste und danach handelte. Hanns Koren war es auch, von dem anlässlich seines 75. Geburtstages ein Freund, Prof. Franz Taucher, sagte: “Er hat als Kulturpolitiker, als Gelehrter und Schriftsteller vieles bewegt, also in Leben verwandelt, was im Unbewegten verharrt, manches aufgehoben und ins Licht gerückt, was ungesehen im Dunkel verblieben wäre“. Hanns Koren war einer, der allerdings auch wusste, dass sein Leben und Wirken nicht nur schattenloses Glück bedeuten konnte. Er wusste – und musste es am eigenen Leib erfahren -, dass Missverständnisse und Missdeutungen nicht ausbleiben können, „wenn in der Planung einer Lebensarbeit anscheinend so viel Widersprüchliches nebeneinander einhergeht oder gegeneinander gestellt sein muß“. In seiner Arbeit litt er oft unter dem Unverständnis mancher Zeitgenossen, vor allem wenn sie aus dem Kreis seiner Gesinnungsfreude kamen, aber auch unter den Giftpfeilen anonymer Briefschreiber oder unter den oft nur noch destruktiv angelegten Aussagen mancher Kritiker.

Hanns Koren erblickte in Köflach, am 20. November 1906, das Licht seiner steirischen Heimat. Es war der erstgeborene von fünf Söhnen des Fotografenmeisters Hanns Koren und dessen Gattin Mathilde, geb. Fink. (Meister Korens erstes, einem Märchenhäuschen ähnelndes Geschäft steht heute noch nahezu unverändert in der Köflacher Bahnhofstraße.) In Köflach absolvierte der Knabe Hanns auch sechs Klassen der Volksschule, bis es ihm ermöglicht wurde, ins Fürstbischöfliche Knabenseminar in Graz einzutreten, wo er nach acht Jahren, die zu einer tiefen Bindung an diese Schule führten, mit sehr gutem Erfolg maturierte. Der Maturazeitung aus dem Jahr 1927, für die übrigens der Komponist des „Evangelimann“, Wilhelm Kienzl, ein eigenes Lied schrieb, ist zu entnehmen, dass zu Korens besonders geschätzten Lehrern der spätere Univ.-Prof. Dr. List, der Erfinder der Zeitlupe Prof. August Musger und Prof. Dr. Anton Faist zählten und dass in der Schar seiner Mitschüler der langjährige Chefredakteur des Sonntagsblattes und Pädagoge Prof. Dr. Anton Fastl, weiters Monisignore Dr. Hermann Jury und der spätere Magistrats- Direktor Dr. Ernst Domittner zu finden waren. Schon gegen Ende der Zeit im Knabenseminar, dem er bis zum Lebensende tief verbunden blieb, knüpfte er erste Kontakte zum „Bund Neuland“, durch den er später auch mit Otto Mauer, Otto Schulmeister und damals freilich erst „angehenden“ Künstler, wie Rudolf Szyszkowitz und Max Weiler, in Kontakt kam, und der sein junges Leben tief mitprägte.

Nach der Matura begann er als „Pendler“ zwischen Köflach und Graz an der Philosopischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität seine Studien der Germanistik, der Kunstgeschichte und vor allem, als Schüler der großen Viktor von Geramb, der Volkskunde, der sich schließlich seine ganze Neigung zuwandte.
Am 10. März 1932 stand er als erster Promovent seines verehrten akademischen Lehrers Geramb in der Aula und wurde zum Doktor der Philosophie promoviert. Wieviel ihm gerade daran lag, sollte sich einige Jahrzehnte später erweisen, als er
einmal sagte: „Welche Titel ihr einmal auf mein Grab schreibt, ist mir ziemlich gleich, aber Dr. phil. muss drauf stehen.“
Nach Beendigung des Hochschulstudiums ging der junge Doktor, der in Graz keine Stelle fand, im Juni 1932 nach Salzburg, wo er am Aufbau des Institutes für religiöse Volkskunde mitwirkte, dessen Leiter er schließlich 1935 wurde. An seine Salzburger Zeit, in der er seine ersten beiden beiden Bücher, nämlich „Volksbrauch im Kirchenjahr“ und „Die Volkskunde als gläubige Wissenschaft“, herausbrachte, erinnerten ihm mit besonderer Freude zwei Dinge: Zum ersten war sein Büro im Franziskanerkloster untergebracht, und sein Fenster ging auf den Domplatz hinaus, so dass er unzählige Male den großen Alexander Moissi sozusagen „von Amts wegen“ als Jedermann sehen konnte, und zum zweiten sein inniger Kontakt zu der später zu Weltruhm gelangten Familie Trapp, in deren schönem Haus in Aigen er eine zeitlang wohnte und über die er wieder neue Freunde kennenlernte, unter ihnen der Verlegter Otto Müller – übrigens eine „Entdeckung“ von Landeshauptmann Gen.-Dir. Dr. Karl Maria Stepan – und der Professor für Exegese an der Theologischen Fakultät von Salzburg, Prof. Dr. Josef Dillersberger.

Im Jahr 1936 kehrte Koren nach Graz zurück und wurde zunächst Kustos am Steirischen Volkskundemuseum, an dessen Ausbau er an der Seite seines inzwischen zum väterlichen Freund gewordenen Lehrers, Viktor von Geramb, tatkräftig mitwirkte. Am 26. Juli 1938 schloß er mit Ilse Zimmer (geb. 1915) den Bund fürs Leben, die ihm zwischen 1939 und 1946 fünf Buben und ein Mädchen schenkte. Bis zu ihrem viel zu frühen Tod im Jahr 1982 nahm sie ihrem Gatten in den schweren Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und später, in den Zeiten der großen beruflichen Belastungen und Erfolge, alle familiären Sorgen ab. In Fleiß und Bescheidenheit sorgte sie fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit dafür, dass ihr Mann den Hauptteil seiner Kraft in den Dienst der Öffentlichkeit und seiner steirischen Heimat stellen konnte.

Am 1. Juni 1939 wurde Hanns Koren zum ersten Mal im Leben das Opfer seiner Weltanschauung. Er wurde mit Ende Juni dieses Jahres vom Reichsstatthalter in den Ruhestand versetzt, verbunden mit dem Verbot zu publizieren oder sonst öffentlich zu wirken. Am 31. Jänner 1940 wurde diese Versetzung in den Ruhestand vom „Reichskommissar“ für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem „Deutschen Reich“ aufgehoben und zugleich die „Wehrdiensteinstellung“ verfügt. Hanns Koren wurde Soldat und diente ab 1940 in Russland. Nach der durch Krankheit 1944 erzwungenen Heimkehr aus Russland kam er wieder als Mitarbeiter Prof. Gerambs ans Volkskundemuseum und wurde im Jahr 1949 dessen Nachfolger als Vorstand. Daneben hatte sich Hanns Koren schon im Dezember 1945 an der Grazer Universität für Volkskunde habilitiert und war als Dozent tätig, bis er am 27. November 1951 den Titel eines a. o. Univ.- Prof. verliehen bekam. Wenige Tage nach dieser Ernennung traf den jungen Wissenschaftler ein schwerer Schlag: Am Fest des heiligen Nikolaus wurde sein Vater in die Ewigkeit abberufen. Bereits im Jahr 1950 hatte Hanns Koren, der nach 1945 als erster Präsident der Katholischen Aktion wirkte, wesentlichen Anteil an der Organisation des Katholikentages auf dem damaligen Grazer Trabrennplatz, heute ein Teil des Freigeländes der Grazer Südostmesse. Im Jahr 1953 zog er als Abgeordneter der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) in den Nationalrat ein, wo er sich vor allem in kulturpolitischen Fragen profilierte.
Im selben Jahr wurde er zum „Dauernden Mitglied der Internationalen Pflugforscherkonferenz“ gewählt. Zwei Jahre nach dem Einzug ins Parlament wurde er Ordinarius für Volkskunde an der Universität Graz und auch als solcher wiederum Nachfolger Viktor von Gerambs.

Zur Mitte des Jahres 1957 holte Landeshauptmann Josef Krainer den Parlamentarier Hanns Koren in die Steiermärkische Landesregierung, wo ihm das Kulturreferat übertragen wurde. Mit dieser Berufung wurde eine Ära der steirischen Kulturpolitik eingeleitet, die durch eine Reihe von Initiativen, vor allem aber durch die Grundeinstellung, von der Korens Kulturpolitik getragen war, bald weit über die Landesgrenzen Aufsehen erregte. Der im guten Sinn des Wortes konservative Hanns Koren wurde nicht nur Vater eines neuen Landesbewusstseins, Innovator des Inner-österreich-Gedankens, Motor vieler neuer Veranstaltungsreihen und Initiativen, er wurde auch unbeirrbarer Mentor der Avantgarde, wissend, dass man seine Kräfte aus den Wurzeln des Überkommenen beziehen muß, gleichzeitig aber den Strömungen der Gegenwart in eine nur ahnbare Zukunft hinein freie Bahn schaffen muß, ohne jede Beckmesserei. Franz Taucher hat es so formuliert: “Durchdrungen von der Einsicht, dass man fähig sein muss, zu verehren, um wahrhaft lernen zu können, hat er der Geschichte seiner Reverenz erwiesen, zugleich aber war er stetig bemüht, das Lebenswürdige aus dem Vergangenen zu tradieren, im gegenwärtigen für jeden Keim, der Leben verspricht, Ehrfurcht und Geduld zu wecken und sich dem, was einmal sein wird, offen zu halten: dem Zukünftigen“.

In diesem Geist hat Hanns Koren sein Konzept realisiert, darin als Eckpfeiler zunächst das Steirische Gedenkjahr 1959, das als Erzherzog-Johann-Jahr bekannt wurde, die Schaffung des Freilichtmuseums in Stübing und die Förderung der Geschichtswissenschaften in der Historischen Landeskommission fungierten. Dazu kam die Einrichtung der Steirischen Akademie, der Dreiländer-Ausstellung TRIGON, und, aus diesen beiden Veranstaltungen herauswachsend, schließlich die Realisierung des „Steirischen Herbstes“. Zu Korens Konzept gehörte die Ermöglichung des Forum Stadtpark ebenso wie die Begründung einer Reihe von großen Landesausstellungen, beginnend mit der Erzherzog-Johann-Ausstellung 1959, ihr folgend die Innerösterreich-Ausstellung 1964, die Bauernausstellung 1966, die Ausstellung „Der Bergmann und der Hüttenmann“ im Jahr 1968 und die große Gewerbeausstellung im Jahr 1970. Ausstellungen, die sich mit immer größerem Erfolg bis in unsere Tage weiterentwickelt haben. Alle Aktivitäten Prof. Hanns Korens als Kulturreferent waren auch von dem Bestreben bestimmt, die geistigen und künstlerischen Kräfte des Landes nicht nur zu wecken, es ging auch darum, sie über die Grenzen hinauszutragen und in einen internationalen Zusammenklang mit jenen der Nachbarstaaten zu bringen. Seine Saat ging auf, auch wenn es da und dort zuerst nicht rückhaltlose Zustimmung gab und wenn mancher Rückschlag eingesteckt werden musste.

Im Jahr 1962 tat er, der in ständigem Kontakt zu den Freunden, vor allem aber zu seinen Brüdern und ihren Familien in Köflach lebte, einen für sein Privatleben entscheidenden Schritt. Er erwarb in seiner geliebten Weststeiermark, und zwar im kleinen St. Bartholomä, unweit von Graz, eine urtümliche Keusche, die ihm zur zweiten Heimat wurde. Und in St. Bartholomä, dessen Menschen ihn gerne als einen der Ihren annahmen, hat er nicht nur für die Rettung der alten Kirche Sorge getragen. Der Ort hat ihm seine Leistungen mit der Verleihung des Ehrenringes und der Ehrenbürgerschaft gedankt.

Als Hanns Koren im Jahre 1970 vom Amt des Landeshauptmann-Stellvertreters und Kulturreferenten Abschied nahm, um als Präsident an die Spitze des Steiermärkischen Landtages zu treten, übergab er seinem Nachfolger, Prof. Kurt Jungwirth, ein reiches Erbe, auf dem es weiter aufzubauen galt. Landtagspräsident Koren, der neben seiner Regierungstätigkeit auch die Funktion des Obmannes des Steirischen Volksbildungswerkes, des Präsidenten des Verbandes Österreichischer Heimatwerke, des Vizepräsidenten des Ringes österreichischer Bildungswerke, des Vorsitzenden der Historischen Landeskommission für die Steiermark, weiters eines Mitgliedes des Aufsichtsrates des ORF, des Obmannstellvertreters des Katholischen Pressvereins und eine zeitlang als amtsführender Präsident des Landesschulrates für Steiermark ausgefüllt hatte und den neben St. Bartholomä auch Köflach, Eibiswald, Öblarn, Graz, Hartberg, St. Georgen a. d. Stiefing und Stainz zum Ehrenbürger gemacht hatten, wirkte von nun an mit all seinen Kräften an der Spitze der gesetzgebenden Körperschaften des Landes. Im Landhaus, dem „schönsten Haus der Steiermark“, wie er es immer nannte, wurde er zum ausgleichenden Faktor der Integration, als gerechtsamer Amtsträger geachtet von allen politischen Fraktionen. Seine Meinung war gefragt, sein Wort hatte Geltung, und sein Rat wurde gesucht. So blieb es auch, als er sich im Jahr 1983 als längstgedienter Landtagspräsident aus der Politik zurückzog und als Nachfolger von Franz Graf Meran Präsident des Kuratoriums des Landesmuseum Joanneum wurde.

Werk und Wirken von Landtagspräsident Univ.-Prof. Dr. Hanns Koren wurden durch viele Auszeichnungen anerkennend gewürdigt, darunter das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1960), das Komturkreuz mit Stern des Ordens vom Heiligen Papst Sylvester (1961), das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich (1966), das Ehrenzeichen pro ecclesia et pontifice (1966), das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1971), der Ehrenring des Landes Steiermark mit dem Stern (1981) und das Große Silberne Ehrenzeichen am Band für Verdienste um die Republik Österreich (1981).
Ausserdem wurde Hanns Koren zum Ehrendoktor der Technischen Universität Graz (1977), zum Ehrenmitglied der Hochschule für Musik und darstellende Kunst (1977), zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität Graz (1982) und zum Ehrenobmann der Steirischen Volkspartei (1983) ernannt.
Er nahm alle Auszeichnungen mit Freude und der ihm eigenen Demut entgegen. Die liebsten aber waren ihm die Ehrenzeichen seiner Steiermark.
Neben seiner politischen und wissenschaftlichen Tätigkeit fand Hanns Koren auch zeit für ein umfassendes literarisches Werk. Aus seiner Feder stammen u.a. die Bücher „Volksbrauch im Kirchenjahr“, „Volkskunde als gläubige Wissenschaft“, „Fahrt in die Heimat“, „Pflug und Arl“, „Die Spende“, „Volkskunde der Gegenwart“, Sammlungen von Reden-eine davon unter dem Titel „Heimat ist nicht Enge“, sondern Tiefe“-, „Verwandlung der Heimat“, „Viktor Geramb“, „Bauernhimmel“, „Momentaufnahmen“, „Nachlese“, „Daheim“, Steirische Anlässe“ und „Wieder daheim“.
Dem Wort verbunden war er aber nicht nur als Schreibender. Er wirkte bis zu seinem Tod auch als Herausgeber der „Kleinen Zeitung.“


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